Verdrängungswettbewerb
Wenn die Ausbildungsplätze knapp sind, so liegt die Befürchtung nahe, dass es zu einer Konkurrenz der Schularten kommen wird. Es besteht die Gefahr, dass Abiturienten stärker eine betriebliche Ausbildung nachfragen und den Realschulabgängern eventuell Plätze wegnehmen.
Herr Möller
Leiter
Geschäftsbereich Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer
Südlicher Oberrhein hat uns hierzu Stellung genommen:
"Letztlich zeichnet sich aber auch in der Dualen Ausbildung heute
schon ein Engpass ab, was die Besetzung der Ausbildungsplätze mit
geeigneten Bewerbern angeht. In Anbetracht des stark ansteigenden
Fachkräftemangels verzeichnen wir derzeit eine deutlich wachsende
Ausbildungsbereitschaft, die aber schon jetzt durch fehlende
Bewerberpotentiale ausgebremst wird.
Die Stellungnahme zeigt, dass auch wieder Chancen und Risiken bestehen. Gerade die fehlenden Bewerberpotentiale können für die Abgänger im Jahr 2012 eine gute Chance darstellen. Wichtig erscheint uns dabei aber auch, dass die Ausbildungsbetriebe diese Chance auf einen großen Pool von Bewerbern zurückgreifen zu können, auch kennen. Diese Betriebe müssen diese Chance rechtzeitig erkennen und einschätzen können.
Die Frage des Verdrängungswettbewerbs wird nicht zuletzt sehr stark von der Konjunktur bestimmt werden. Bei einer schlechten Konjunkturentwicklung ist wohl ein deutlich höherer Verdrängungswettbewerb zu verzeichnen.