Zusätzlicher Lehrerbedarf durch die Kursstufe
Durch den Doppeljahrgang sind für einen Zeitraum von zwei Jahren insgesamt drei komplette Jahrgänge in der Kursstufe. Hierbei gibt es zwei Probleme:
- Wenn sich drei Jahrgänge in der Kursstufe befinden, so werden dadurch mehr Lehrer benötigt. Durch die Qualitätsoffensive des Kultusministeriums werden auch im normalen Unterricht erheblich mehr Lehrer benötigt. Da heute schonabzusehen ist, dass gar nicht so viele Lehrer wie benötigt auf dem Markt zur Verfügung stehen, wird es zu Engpässen kommen.
- Viele Lehrer haben schon seit Jahren nicht mehr in der Kursstufe unterrichtet. Durch den erhöhten Bedarf wird es notwendig werden, dass auch solche Lehrer wieder eine Kursstufe unterrichten. Hier sollte im Vorfeld durch entsprechende Qualifizierung dafür gesorgt werden, dass diese Lehrer auch in der Kursstufe unterrichten können. Ansonsten besteht die große Gefahr, dass an einzelnen Schulen nicht genug Lehrer für die Kursstufe vorhanden sind.
Wie kann die Zuteilung von genügend Lehrern an die Gymnasien bis einschließlich 2011/2012 gewährleistet werden?
Hintergrund: Bekanntermaßen verlassen mit Ende des Schuljahres 2011/2012 zwei Klassenstufen nach ihrem Abitur die Gymnasien. Mit dem Schuljahr 2012/2013 hat damit jedes Gymnasium eine komplette Klassenstufe weniger (es gibt keine 13. Klassen mehr) und benötigt damit auch nur noch entsprechend weniger Lehrer. Dieser Minderbedarf macht immerhin etwa 1/9 aus, also mehr als 10 Prozent. Es ist unwahrscheinlich, dass Ende 2011/2012 so viele Lehrer ausscheiden. Wenn also bis 2011/2012 die Gymnasien mit genügend Lehrer versorgt sein sollten, dann wären es in 2012/2013 zu viele. Eine solche Überversorgung in 2012/2013 und folgende Schuljahren (bis sich ein solcher Überhang altersbedingt wieder abgebaut hätte) wird sich das Land bestimmt nicht leisten. Es ist deshalb vielmehr zu befürchten, dass die Personalplanung auf das Schuljahr 2012/2013 ausgerichtet werden wird (oder vielleicht sogar schon wurde) und dass es an den Gymnasien bis einschließlich 2011/2012 eine zunehmende Lehrer-Unterversorgung mit bis dahin steigender Tendenz geben wird. Eine Lösung könnten Arbeitszeitkonten sein, die bis Ende 2011/2012 aufgefüllt und danach wieder abgebaut werden. Eine solche Lösung müsste allerdings schon bald begonnen, sprich den Lehrern vermittelt werden.
Stellenabbau bereits vor 2012?
Wenn zwei Jahrgänge gleichzeitig Kurse belegen, so können die Kurse deutlich besser an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Das heißt es stehen mehr Schüler zum Vollpacken der Kurse zur Verfügung. Dadurch werden weniger Lehrer benötigt. Es kann schon früher ein Abbau der Stellen erfolgen.